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Wie läuft eine Scheidung ab? Was gehört dazu? Was ist zu regeln?

Leben die Eheleute seit mindestens einem Jahr getrennt voneinander, kann die Scheidung beantragt werden. Nur in ganz wenigen Ausnahmefällen kommt eine Scheidung bei einer kürzeren Trennungsdauer schon früher in Betracht.

Die Scheidung setzt voraus, dass die Ehe gescheitert ist. Erklären beide Eheleute nach Ablauf des Trennungsjahres, dass sie geschieden werden wollen, wird die Ehe geschieden. Auch wenn sich der eine Ehegatte weigert, der Scheidung zuzustimmen, kann diese im Ergebnis nicht verhindert werden. Für die vom Gericht zu treffende Feststellung, dass die Ehe zerrüttet ist, reicht es aus, wenn einer der Beteiligten klar zum Ausdruck bringt, an der ehe nicht mehr festhalten zu wollen. Nach Ablauf von drei Jahren nach der Trennung, kann das Gericht ohne weitere Befragung vom Scheitern der Ehe ausgehen.

Rentenausgleich anlässlich der Scheidung

Anlässlich der Scheidung hat das Gericht grundsätzlich die während der Ehezeit wechselseitig erwirtschafteten Rentenanwartschaften auszugleichen, also den Versorgungsausgleich durchzuführen. Damit soll eine gleichberechtigte Teilhabe der während der Ehe erwirtschafteten Anwartschaften erreicht werden. Der Versorgungsausgleich ist im Regelfall immer durchzuführen, es sei denn, die Ehe war von kurzer Dauer.

Bei Ehen unter drei Jahren muss der Versorgungsausgleich nicht durchgeführt werden. Auch dann nicht, wenn eine notarielle Trennungs- und Scheidungsvereinbarung über den Ausschluss des Versorgungsausgleichs getroffen wurde. Eine solche Vereinbarung ist auch nach der Trennung bis zur Rechtskraft der Scheidung möglich.

Verbundverfahren als direkte Scheidungsfolge

Das Gericht kann anlässlich der Scheidung auch nachfolgende Dinge regeln, wie:

  • Kindesunterhalt
  • Ehegattenunterhalt (nachehelicher Unterhalt wie Betreuungs- oder Aufstockungsunterhalt)
  • Auseinandersetzung des Vermögens (Zugewinnausgleich)
  • Umgang mit den Kindern
  • Sorgerecht
  • Aufteilung von Haushaltsgegenständen
  • Nutzung der Ehewohnung nach der Scheidung.

Das macht das Gericht aber nicht automatisch. Soll sich der Scheidungsrichter mit einem oder mehreren der vorgenannten Fragen befassen, so besteht die Möglichkeit, einen sogenannten Verbundantrag durch einen Anwalt stellen zu lassen. Dann kann der Richter die Ehe erst scheiden, wenn er auch über die Folgesachen entschieden hat.

Nur unter engen Voraussetzungen kommen eine Abtrennung einer Folgesache und die Scheidung vorab in Betracht. Ein solcher Verbundantrag führt damit einer Verzögerung des Ausspruchs der Scheidung. Ein solcher Verbundantrag ist fristgebunden und muss bis spätestens 14 Tage vor dem Scheidungstermin bei Gericht gestellt werden. Danach kann der Anspruch nur isoliert in einem eigenen Verfahren geltend gemacht werden.

Einvernehmliche Scheidung mit einem Anwalt?

Um die Scheidung zu beantragen oder aktiv im Scheidungsverfahren selbst Anträge stellen zu können, ist ein Rechtsanwalt erforderlich. Einen gemeinsamen Scheidungsanwalt gibt es nicht. Haben die Beteiligten jedoch im Vorfeld alle Trennungs- und Scheidungsfolgen einvernehmlich und abschließend – etwa durch eine notarielle Vereinbarung – geklärt, so ist es ausreichend, wenn nur einer der Beteiligten durch einen Anwalt einen Scheidungsantrag stellen lässt. Der andere, nicht vertretene Ehegatte, muss der Scheidung dann lediglich zustimmen.

Welche Unterlagen sind für die Einreichung der Scheidung erforderlich?

Damit ein Scheidungsberatung Scheidungsantrag vorbereitet werden kann, sind nachfolgende Unterlagen erforderlich:

  • Heiratsurkunde oder beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch
  • Geburtsurkunden der gemeinsamen minderjährigen Kinder
  • Aufstellung etwa vorhandener privater oder betrieblicher Rentenanwartschaften mit Versicherungs-Nummer und Gesellschaft
  • Sozial-Versicherungsnummer
  • falls vorhanden: Ehevertrag
  • etwa in der Trennungszeit geschlossene Vereinbarung zur Regelung der Trennungs- und Scheidungsfolgen
  • Kopien der letzten 12 Gehaltsabrechnungen und des zuletzt ergangenen Einkommenssteuerbescheides sowie eine Aufstellung der monatlichen Zahlungsverpflichtungen, sofern auch Unterhalt ermittelt werden soll.

Online-scheidung sinnvoll?

Eine online-Scheidung im eigentlichen Sinne gibt es derzeit noch nicht. Es findet immer ein Verhandlungstermin statt, in dem die Beteiligten zu den Voraussetzungen der Eheschließung gehört werden. Ebenso werden Fragen des Versorgungsausgleichs erörtert. Es gibt Anbieter, die wickeln die Scheidung ausschließlich per Mail ab. Sie bieten dafür ein Formular, in dem die für die Scheidung erforderlichen Daten erfasst und automatisch übertragen werden. Eine weitere Korrespondenz findet dann oftmals nur per Mail statt, ohne eine persönlichen Kontakt. Doch dieser ist besonders wichtig. Denn wie sonst will der Scheidungsanwalt wissen, ob neben der Scheidung noch weitere Dinge zu klären sind.

Wir gehen einen anderen Weg. Wir verstehen unter einer online-Scheidung lediglich eine andere Art der Kommunikation. Oftmals ist es zeitlich oder aus persönlichen Gründen nicht möglich, ein persönliches Gespräch in der Kanzlei vor Ort zu führen. Daher bieten wir in diesen Fällen, mittels einer Video-Konferenz alle maßgeblichen Fragen und Themen zu klären. Die maßgeblichen Dokumente werden per pdf und Internet ausgetauscht. Dies beschleunigt das Scheidungsverfahren enorm und gibt die Möglichkeit der individuellen Beratung.

Autor:
Fachanwalt für Familienrecht und Scheidungsanwalt Frank Baranowski
Telefon: 0271 – 56055
Mail: info@scheidung-siegen.de

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